Reisebericht

 

Israel 2009

17.01. Tabgha -Totes Meer-Almog

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Am fünften Tag wartete die längste Strecke auf uns. Von Tagbha das Jordantal hinunter bis in den südlichen Teil des Toten Meeres und dann wieder ein Stück zurück zum Kibbutz Almog.


Von den grünen Parkanlagen des Gästehauses in Tabgha aus fuhren wir um den See Genezareth herum in südliche Richtung. Die Straße führt durch das Jordantal, und damit durch das palestinensische Westjordanland. Wir müssen bei der Einfahrt in dieses Gebiet am Grenzzaun eine Straßenkontrolle passieren, bei der wir im Bus u.a. nach Herkunft und Ziel befragt werden.

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Man kann hier sehr gut die krassen Gegensätze sehen. Einerseits Wüstenlandschaft soweit das Auge blickt, andererseit rund um Besiedlungen umfangreiche Landwirtschaft, die durch das Jordanwasser ermöglicht wird.

Auch an einer kleinen Siedlung, bei der wir für eine mögliche Toilettennutzung halten, ist die strenge Trennung zwischen üppigem Bewuchs und reiner Wüste sehr auffallend. Man spürt, das der Tourismus eine wichtige, aber durch die häufigen Konflickte recht schwankende Einnahmequelle geworden ist. So sind die öffentlichen Toiletten verschlossen und nur die Örtlichkeiten im hinteren Bereich eines palestinensischen Ladens zu nutzen.

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Bei der Weiterfahrt sehen wir das erste Kamel aus der Nähe am Strassenrand. Unterwegs hatten wir nur ein Stück querab eine kleine Karawane zu Sicht bekommen.

Am nördlichen Rand des Toten Meeres leigt Qumran. Dort wurden 1947 von einem Beduinenhirten in einer Höhe Tonkrüge mit uralten hebräischen ledernen Schriftrollen entdeckt, die noch in einem sehr guten Zustand waren. In den Jahren 1952 und später wurde in umliegenden Höhlen mittlerweile die Reste von ca 1.200 Schritrollen entdeckt, die jedoch in ca 80.000 kleine Schnipsel zerfallen sind. Seither wird in sehr aufwendigen Forschungsvorhaben versucht, diese wieder zusammen zu setzen.

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In der Bildmitte die Höhle mit den ersten Schriftrollen-Funden

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Direkt hinter Qumran steigen der Felsen empor. Dort kann man sehr gut die grauen Spuren von trockenen Wasserfällen erkennen. Wenn es im Winter westlich der Berge regnet fliesst ein großer Teil der Niederschläge Richtung totes Meer. Da die Wüste wenig Wasser aufnimmt schwellen die sonnst trockenen Wadi sehr schnell zu reissenden Bächen oder Flüssen an. Diese ergiessen sich in Form von Wasserfällen dann hinab zum toten Meer. Da es östlich der Berge am Toten Meer dann nicht regnet kommen diese Wasserfälle und Waaserströme sehr überraschend und haben in Vergangenheit schon zu einigen Todesfällen bei unbedarften Touristen geführt.

Im Qumran wurden in den letzten Jahrezhnten umfangreiche Besiedlungsspuren gefunden und freigelegt. Diese sind überwiegend sehr gut touristisch erschlossen und durch informative Hinweistafeln beschrieben.

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Auch hier war es für uns erstaunlich, über welches Detailwissen unser Führer Yitzak verfügte, der uns komplett ohne schriftliche Unterlagen auswendig alle Fragen beantworten konnte.

Bei der Weiterfahrt nach Süden konnten wir am Ufer des Toten Meeres sehr gut Mineralienkrusten erkennen, die durch den Rückgang des Wasserspeigels sichtbar werden. Da die Zusammensetzung der Mineralsalze nict der Zusammensetzung von Meerwasser entspricht kann der Rückgang des Wasserspiegels nicht durch Zufuhr von Meerwasser ausgeglichen werden. Die Ufer sind überwiegend Sperrgebiet, da unterirdische Mineralienlager mit dem Rückgang des Meeresspiegels durch Grundwasser ausgewaschen werden und dann Teile des Uferbereiches einbrechen.

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Da insbesondere im südlichen Teil des Toten Meeres der Wasserspiegel rapide sinkt (in 2008 insgesamt ca 1,20 m) gibt es auf israelischer wie jordanischer Seite mittlerweile einen Kanal, um Wasser aus dem Nordteil in den Südteil u leiten. Wegen des hohen Salzanteils und der relativ geringen Wassertiefe des Kanals schimmert das Wasser kräftig türkisblaub.

Am Westrand des sündlichen Teils des Toten Meeres ist eine Oase mit einigen höheren Touristenhotels. Dort hatten wir im Hotel Lot Plätze fürs Mittagessen reserviert. So konnten wir auch den Hotelstrand benutzen. Daher hatte jeder seinen Rücksack mit Badesachen dabei.

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Was wir aus vielen Erzählungen wussten konnten wir hier live erleben. Das kalte Wasser mit ca 30% Salzanteil hat eine enorme Auftriebskraft. So war es nicht nur möglich im Wasser zu sitzen sondern auch äusserst schwierig im Wasser eine senkrechte Haltung einzunehmen. Sobald man die Knie etwas anwinkelte kippte man wieder nach hinten und saß wieder im Wasser.

Nach dem Mittagessen fuhren wir gen Norden nach Masada, der alten Bergfestungs -Anlage. Schon vom Tal aus zeigen sich die enormen Dimensionen dieser Anlage wie auch die Rest der römischen Feldlager aus der Zeit der 3 jährigen Belagerung von Masada.

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Da es schon ca 15:00 Uhr ist und die Seilbahn um 16:00 Uhr das letzte mal fährt haben wir keine Zeit, den Schlangenweg hinauf zu nehmen und fahren mit der Seilbahn.

Die Bergstation ist mit einem Steeg am Felshang mit dem heutigen Eingang zur Festungsanlage verbunden. Von diesem Steg hat man einen herrlichen faszinierenden Blick hinunter zum Schangenweg, über den früher die Versorgung von Masada erfolgte, als auch über das weitläufige Jordantal.

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Neben der Talstation kann man gut einen kleinen Palmenhain und die Reste der römischen Besiedlung im umgebenden trockenen Wüstenbereich erkennen.

An mehreren Stellen sind Modelle eines Teiles der früheren Besiedlung der Bergfeste aufgestellt. An diesem kann man den imensen Umfang der Besiedlung nachvollziehen. Durch die natürliche Lage auf einer Bergspitze die zum Jordantal 400 m tief und zum westlichen Gebirge 100 m tief steil abfällt galt Masada als uneinnehmbare Festung.

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 An der nödlichen Spitze des Felsens gab es frühen quf drei Ebenen Gebäude des Nordpalastes des Herodes, von denen heute leider nur noch ein Teil der Fundamente sichtbar sind.

Von den westlichen Bergen aus schütteten die Rümer eine fast 100m hohe Rampe auf um mit Belagerungstürmen bis hinauf an die Festungsmauern auf der Bergspitze zu gelangen. In den Jahren 70 - 73 n.Chr. nach der Zerstörung des 2. Tempels in Jeruslem durch die Römer kämpften fast 15.000 Römer gegen 973 verteidigende Zeloten.

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Das 300 * 600m große Gipfelplateu verfügte durch Versorgung durch zwei Aquaedukte über ausreichende Wasservorräte, dass sogar Badehäuser und Schwimmbecken unterhalten werden konnten. Da sich am Ende der Belagerung die restlichen 960 Zeloten selbst töteten um nicht in Gefangenschaft zu geraten ist Masada seitdem ein starkes Symbol für den jüdischen Freiheitswillen. Noch heute schwören die Israelischen Soldaten ihren Schwur "Masada darf nie wieder fallen".

Den Tagesabschluss verbrachten wir im Kibbutz Almog etwas nördlich von Qumran. Dieser ist noch überwiegend einfach und mit recht umfangreicher Befestigungen auf Grund der Nähe zur jordanischen Grenze aufgebaut.

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letzte Änderung: 08.02.09